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Karin Estermann | Mi, 30. September 2026 | Führung
Mein Motorrad hat mich diesen Frühling genau darüber etwas Wichtiges gelehrt. Eigentlich bin ich intuitiv ziemlich gut gefahren. Dann passierten zwei Dinge:
Und genau da begann mein Problem. Weil mir mein Motorrad plötzlich so wichtig war, wollte ich es um keinen Preis mehr auf den Boden legen. Die Angst, etwas Geliebtes zu verlieren, übernahm das Steuer. Ich verkrampfte mich, wurde beim langsamen Manövrieren unsicher und bekam zunehmend Angst vor meinem eigenen Motorrad. Mein Fahrlehrer half mir geduldig, diese Blockade Schritt für Schritt wieder zu lösen. Dabei wurde mir klar, dass sich hinter dem Motorradfahren eine wunderbare Lebensmetapher verbirgt.
Liebe und Angst – und was die Kupplung damit zu tun hat
Wenn wir etwas lieben, möchten wir es behalten. Wir wollen verhindern, dass etwas passiert, das dieses Glück gefährden könnte. Aus dem Plus entsteht plötzlich die Angst vor dem Minus. Beim Motorrad führt Angst schnell dazu, dass wir genau auf das Hindernis schauen, welches wir vermeiden wollen – und so unweigerlich darauf zusteuern. Wir verkrampfen uns, bremsen reflexartig und verlieren unsere Feinmotorik.
Genau das kann auch im Leben passieren. Wenn wir Angst bekommen, flüchten wir oft in den Kopf. Wir analysieren, bewerten und versuchen, alles unter Kontrolle zu bringen. Dabei verlieren wir die Verbindung zu unserem Körper, unserem Gefühl und unserer Intuition. Wir kuppeln aus. Und wenn wir vollständig auskuppeln, sind wir nicht mehr mit dem Motor verbunden. Im Leben bedeutet das: Wir fühlen uns plötzlich allein verantwortlich, erschöpft und überfordert. Wir konzentrieren uns auf das Problem und vergessen, dass wir eigentlich mit einer viel grösseren Kraft verbunden sind.
Fein mit der Kupplung spielen
Die Lösung liegt nicht darin, niemals auszukuppeln. Im Gegenteil. Die Kunst besteht darin, fein mit der Kupplung zu spielen. Bei einer schwierigen Situation dürfen wir durchaus in den Kopf wechseln: analysieren, überlegen, einen Plan machen, einen neuen Gang wählen. Aber danach lassen wir die Kupplung wieder los.
Wir kehren zurück zu unserem Körper, unserem Gefühl und unserer inneren Kraft. Statt ständig ein Plus zu jagen und das Minus zu vermeiden, können wir uns fragen: «Okay. Es ist jetzt so, wie es ist. Was kann ich jetzt tun?» Und dann atmen wir tief und hören auf unsere Intuition. Diese kleine innere Pause verändert vieles. Wir müssen nicht jede Situation bewerten. Wir müssen nicht alles kontrollieren. Und wir müssen auch nicht jede Unebenheit des Lebens verhindern. Wir können lernen, mit dem Leben zu fahren, statt ständig dagegen anzukämpfen.
Verbunden statt ausgekuppelt
Für mich bedeutet das heute: Das gute Lebensgefühl entsteht nicht dadurch, dass wir möglichst viele Plus sammeln und alle Minus verhindern. Es entsteht durch unsere Verbindung mit der Kraft des Lebens. Manchmal ist Stau. Manchmal ist freie Fahrt. Manchmal brauchen wir einen neuen Gang. Und manchmal dürfen wir einfach Vollgas geben und das Leben geniessen. Entscheidend ist, dass wir verbunden bleiben.
Seit Automatikgetriebe so verbreitet sind, lernen immer weniger Menschen, wirklich fein mit einer Kupplung umzugehen. Manchmal denke ich: Sie wissen gar nicht mehr, dass es überhaupt eine gibt. 😉 Vielleicht ist es im Leben genauso: Wer nur zwischen Gas und Bremse wechselt, wird leicht von Plus und Minus gesteuert. Wer dagegen lernt, fein mit der «Kupplung» zu spielen, kann sein Leben bewusster und kraftvoller gestalten.
Bewusstsein trainieren
Genau da setzen unsere Führungsseminare an. Dieses Grundverständnis bietet die Grundlage unserer Führungstrainings und unsere Teilnehmenden können in kurzer Zeit ihr Bewusstsein massiv erhöhen. Wir bieten interessierten Führungskräften quasi mentale Fahrstunden an. Die nächsten Lehrgänge starten im Januar, März und April 2027. Sowohl erfahrene wie neue Führungskräfte berichten regelmässig, dass sie dank unseren Kursen sowohl beruflich als auch privat leichter und erfolgreicher mit Menschen arbeiten und Ziele erreichen können. Wir freuen uns auf deine Anmeldung oder deinen Anruf.
Herzliche Grüsse und weiterhin viel Freude mit der Führungsarbeit
Karin Estermann-Tschopp
PS: Ein herzliches Dankeschön an meinen Fahrlehrer Seppi Müller von der Fahrschule Müller in Hochdorf für seine grosse Kompetenz und Geduld, mit der er mich erfolgreich durch die Führerprüfung begleitet hat.
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